Passt Kompression zu mir?

Unsere Werkstudentin Celine hat seit vielen Jahren Eiskunstlaufen geübt. Sie teilt mit uns, ob Kompressionbekleidung für diese elegante aber auch intensive Sportart passend ist. 

Passt Kompression zu mir?

Seit wann hast du Eislaufen gelernt?

Ich habe mit 7 Jahren in einem kleinen Verein angefangen eiszulaufen. Da ich auch an Wettkämpfen teilnehmen wollte, entschied ich mich ein Jahr später in das Leistungszentrum Stuttgart zu wechseln, wo ich 5-6 Mal die Woche Training hatte. 

Was ist besonderes über Eiskunstlaufen? Was gibt es in der typischen Trainings?

Das beste aber gleichzeitig herausforderndste am Eiskunstlaufen ist, dass es so vielseitig ist. Der Sport erfordert schnelle und explosive Bewegungen und Sprünge aber gleichzeitig auch Flexibilität und Körperspannung. Oft wird man als Sportler unterschätzt, denn man muss sich ja lediglich hübsch bewegen. Dem ist jedoch nicht so. Es steckt wesentlich mehr Kraft und Power hinter den Sprüngen und Pirouetten und eine 3-4 minütige Kür kann sehr anstrengend sein. 

Meine typische Trainingsroutine startet meistens mit einem 30-minütigem aufwärmen. Entweder gehe ich eine Runde Joggen oder ich beginne mit typischen Aufwärmübungen und Sprüngen. Nachdem ich meine Schlittschuhe angezogen habe, geht es auf dem Eis weiter mit Sprüngen, Pirouetten und Choreografie Übungen. Zu guter Letzt wird der Tag meist mit einer Stunde Krafttraining oder Ballett abgerundet. 

Nach so einem anstrengenden Training gibt es nicht schöneres, als vor dem TV oder in der Badewanne zu relaxen, oder? Aber gegen den Muskelkater am nächsten Morgen hilft das auch nicht viel. Wäre es nicht viel entspannter nach dem Training seine Kompressionskleidung anzuziehen und sich somit den Muskelkater zu ersparen. Das klingt nach Zauberei, nicht wahr? Aber so magisch wie sich das anhört, ist es gar nicht.

Was ist das Erste was dir in den Kopf kommt, wenn du die Überschrift liest?

Als ich das erste Mal von Kompression hörte, dachte ich an ungemütliche und unschöne Kleidung, die fast nur von alten oder kranken Leuten getragen wird. 

Erst auf den zweiten Blick erkannte ich, dass Kompression auch im Sport großgeschrieben wird und dass es sogar mir weiterhelfen kann. 

Aber weißt du wie die Kompressionbekleidung überhaupt funktioniert?

Vor allem im Bereich der Erholung kommt Kompressionskleidung schon sehr häufig zum Einsatz und besonders in der Kurzzeiterholung können auch große Erfolge erzielt werden.

Das Resultat von hartem Training sind mikroskopisch kleine Risse im Muskel. Wenn man anfängt sich zu erholen füllen sich diese Risse mit Wasser, was den Schmerz auslöst. Kompression hilft dabei, wie eine Art Pumpe, die den Wasser Transport aus dem Muskel fordert, und somit den Schmerz verringert.

Kann Kompression während oder nach dem Training behilflich sein?

Die Antwort ist JA, beide während und nach dem Training! Dr. Anton Wicker: Betreuer der österreichischen Ski Nationalmannschaft und Vorstandsvorsitzender der Uniklinik für physikalische Medizin in Salzburg, fand heraus, dass Kompressionskleidung auch eine positive Auswirkung auf die Kraftentwicklung während explosiven Bewegungen und Sprüngen hat.

Diese Erkenntnis kann auch im Eiskunstlaufen weiterhelfen. Hier findet man eine Vielzahl Explosiver Bewegungen, während Sprüngen und Pirouetten. Vor allem bei Sprungkombinationen ist es entscheidend nach der Landung des ersten Sprungs das Eis so schnell wie möglich für den zweiten zu verlassen. Spezielle Kleidung könnte hierbei die Kraftentwicklung fördern und helfen, dass der Muskel sich schneller wieder zusammenziehen kann.

Auch andere Sportarten, wie Volleyball, Turnen oder Tanzen können von diesem System profitieren.

Des Weiteren unterstützt Kompression die Durchblutung. Es verengt die Blut Venen und reduziert somit die Zeit, in der das Blut in den Extremitäten bleibt. Somit kann das Blut schneller mit Sauerstoff angereichert und wieder zurück gepumpt werden. Auch Abfallprodukte können somit schneller entsorgt werden. In einer langen Kür kann das Lebensrettend sein, wenn die Muskelkondition verbessert wird und man somit nicht so schnell schmerzende Beine bekommt.

Fazit

Zusammenfassend muss man zugeben, dass das alte und verstaubte Bild, das man von Kompressionsprodukten hat längst veraltet ist. Heutzutage ist Kompression so weit fortgeschritten, dass es im Sport viel bewirken und unterstützen kann.Vor allem in Sportarten mit Explosiven Bewegungen und Sprüngen kann es weiterhelfen, und in der Erholung ist es sowieso ein Must Have für jeden Sportler. Hätte ich die Vorzüge früher erkannt, hätte es mir wohl viel Schmerz und Muskelkater erspart.

Auch das hässliche Bild, dass ich von dieser Kleidung hatte, ist nicht wahr. Man bekommt die Produkte in den verschiedensten Farben und Designs. Wenn ihr immer noch etwas skeptisch gegenüber dem ganzen seid, schlage ich vor ihr Probiert es einfachmal selbst und lasst euch überzeugen!